#118 - Knäcke Tod und Trophäe
Shownotes
Schuss vorm Buch – Skandinavien trifft Afrika: Krimi-Spezial mit Midsommar und Mördern
In dieser Folge haben wir zwei spannende, völlig unterschiedliche Bücher im Sommer Gepäck: Ein humorvoller Schweden-Krimi mit Bullerbü-Vibes und ein gnadenloser Psychothriller aus Afrika, der langsam erzählt und dabei maximal unter die Haut geht. Die perfekte Lektüre für alle, die auf der Suche nach ungewöhnlichen Krimis, skurrilen Figuren und tiefgehenden Themen sind.
Die besprochenen Bücher:
Knäcke Tod – Björn Behrens Ein Schwedenkrimi der etwas anderen Art: Eine Buchhändlerin verabschiedet sich in den Ruhestand – und landet auf einem mysteriösen Hof in Schweden, der nicht nur von Rentner:innen und Terriern bewohnt wird, sondern auch von einem dunklen Geheimnis. Witzig, atmosphärisch, mit viel Lokalkolorit und einer großen Portion nordischer Schrulligkeit.
Trophäe – Gaia Schoeters: Ein reicher Jäger will die Big Five komplettieren – doch was er jagt, verändert sich dramatisch. Die zweite Hälfte dieses Romans dreht sich um eine andere Art der Jagd – psychologisch, beklemmend, verstörend gut geschrieben. Ein Thriller, der ohne klassische Spannungskurven auskommt und dennoch einen atemlosen Sog erzeugt.
Besondere Momente der Folge: ** Ein Mini-Schwedischkurs mit Vokabeln wie Fika, Mangåtta und Tigerkaka** Diskussion über Schwedenklischees, Ikea-Romantik und echte Mittsommererfahrungen Warum Frikadellen weltweit für Verwirrung sorgen Die Debatte: Ist Flämisch holländisch oder belgisch?
Für wen ist diese Folge perfekt? Für alle, die Urlaubslektüre mit Tiefgang suchen Für Krimi-Fans, die genug von blutigen Klischees haben Für Freund:innen des nordischen Humors und literarischer Grenzüberschreitungen Für Leser:innen, die Bücher lieben, die sich langsam entfalten – und dann explodieren
Affiliate-Links zu den Büchern (GenialLokal, unterstützt eure Buchhandlungen!):
Taschenbuch „Trophäe“ - Gaea Schoeters - (kommt in 6 Wochen) - https://tidd.ly/4mhwcwf
Hardcover „Trophäe“ - Gaea Schoeters - https://tidd.ly/476XWPN
Knäcketod - Björn Berner - https://tidd.ly/4oeqFZh
Feedback, Fragen, Anmerkungen oder ob Köttbullar wirklich in Schweden gegessen werden: schussvombuch@gmx.de
Wenn dir der Podcast gefällt:
- Gib uns Sterne
- Empfiehl uns weiter
- Schenk uns ein Fika – oder einfach Liebe
Transkript anzeigen
Schuss vorm Buch. Knäcke tot und Trophäe. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Schuss vorm Buch mit Steffi und Mats. Und zwei Krimis, sind es gar nicht beide eigentlich, kann man so gar nicht sagen. Ich glaube, du hast ein Krimi dabei, einen echten Krimi, ne? Da steht zumindest Kriminalroman drauf und heißt Knäcke tot von Björn Behrens. Das ist gar kein Schwede, oder? Nee, wohnt in der Vulkaneifel und schreibt ein Buch über Knäcke tot Brot. Na, sag mal so, wir wollten ja eigentlich vielleicht eine zweite Sommerfolge machen, wir haben ja letztes Mal schon mehrere Bücher vorgestellt in der Buchhandlung Bücken und dann dachten wir so, ja, Krimis kann man ja immer noch so ein bisschen obendrauf schaufeln für die Sommerferien und haben deswegen beide noch einen Krimi obendrauf gelegt, aber das Wetter gibt irgendwie gar nicht mehr Sommer her. Ich sitze hier schon mit einem Tee und fühle mich irgendwie wie Herbst. Ja, es hat jetzt die ganze Zeit geregnet, ich habe aber keinen Krimi dabei. Du hast nur angetäuscht, oder was? Direkt das Konzept zu sprengen. Nein, es ist total lustig, ich habe eine Kritik gelesen in der Zeitung über dieses Buch, weil das jetzt als Taschenbuch rauskommt, also auch für dich jetzt die gute Nachricht. Für alle, die ein bisschen sparen wollen, ich habe noch das Hardcover, aber es kommt jetzt die Tage als Taschenbuch raus, und zwar Trophäe von Gaia Schoeters. Haben wir eine schwedische Nummer hier, oder was? Nee, ist eine Holländerin. Holländerin, okay. Und die Buchbeschreibung fing an mit, es ist ein Roman, aber eigentlich ist es ein Thriller. Und dann habe ich mir die Beschreibung durchgelesen und dachte, wow. Und dann bin ich in Karlsruhe in die Buchhandlung gegangen und auf der gleichen Seite war noch eine andere Kritik und ich habe die Bücher vertauscht. Also ich habe gedacht, unten waren die Bücher abgebildet und das war ein 1400 Seiten Buch, was da abgebildet war. Und dann bin ich da rein und habe dann gedacht, ich suche die Trophäe oder Trophäe, dann dachte ich, ja, das ist das da vorne, dann war das dieses kleine Buch mit knapp 200 irgendwas Seiten. Das kann ja nicht sein, das muss doch viel dicker sein. Dann haben sie noch eine andere Idee und dann meinte sie, nee, hätte nichts anderes, das wäre das schon und so. Und dann habe ich gefragt, ob sie die Zeitung da haben, die ich gelesen habe, dann habe ich da reingeguckt und dann habe ich meinen Irrtum bemerkt, dass es zwar das richtige Buch war, aber dass es halt nicht dieses 1400 Seiten Buch war. Ah, dann wäre es ja was für mich gewesen. Ich musste mich nämlich hier für diese zweite Sommerkollektion durch fast 450 Seiten wälzen. Ich habe es geschafft, ziemlich easy in drei Tagen, muss ich sagen. Womit sollen wir anfangen? Das ist nämlich jetzt die große Frage. Weil meins ist, würde ich sagen, eines der krassesten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Ernsthaft? Ja. Na, dann würde ich sagen, dramaturgisch gesehen steigern wir uns und fangen mit Knecketod an. Alles klar, also. Ich habe Knecketod gewählt, weil ich bin ja nicht der weltgrößte Krimi-Leser ab und zu mal, aber die Beschreibung klang einfach unglaublich lustig und ich dachte so, ich mag das, wenn man quasi in den Urlaub fährt und dann ein vielleicht eher leichtes Buch oder halt ein Krimi, die meisten Krimis sind ja nicht so schwer, mitnehmen kann und einfach mehr oder weniger durchbinchen und wenn das witzig ist, dann macht das halt doppelt so viel Spaß, würde ich sagen. Aber ich kann ja mal ein bisschen zu der Handlung erzählen, weil wir haben ja auch immer rumgewitzelt mit Freunden. So ungefähr im Alter müsste man sich doch irgendwie so einen Bauernhof kaufen, den man umbaut und in dem man dann lebt, vielleicht irgendwie so, ja, nicht unbedingt als alternative Wohngemeinschaft, aber schon so ein bisschen, dass man vielleicht auch Gästewohnungen hat oder dass da vielleicht eine Art Zivi wohnt, dass es einen Austausch gibt, dass man da irgendwie gemeinsame Hobbys haben kann, aber nicht muss. Also sowas, was heute vielleicht ein bisschen unter Generationen wohnen eigentlich schon wieder ganz schick ist, dass mehrere Leute zusammen Bauvorhaben starten, wo sich dann jeder einkaufen kann, einbringen kann und du dann, was weiß ich, im Ende hast du dann Ersatzgroßeltern, hast einfach alles vor Ort. Ich hatte ja immer mit einem Freund vor, dass wir das so machen und dass wir uns dann aber auf jeden Fall einen großen Bernersennenhund zulegen, der heißt Petrus, wie der Wein, der auch immer so ein Fässchen um den Hals hat und dass wir uns dann immer irgendwo auf eine Bank setzen und der Hund passt quasi so auf uns auf und bringt uns was zu trinken. Das war Sascha zu meinen Fragen. Ja, also ich glaube, das ist ganz ähnlich, wie der Björn Behrens hier den Angang gewählt hat. Der hat eben auch, schreibt er selber so in seiner Autorenbeschreibung oder der Verlag schreibt es über ihn, dass mehrere skurrile Ideen zusammengekommen sind, die hat er zusammengepackt und ein Krimi draus gemacht, unter anderem eben so ein Aussiedlerhof in Schweden, wo mehrere Leute, vor allem ältere Menschen zusammenleben, dann so ein bisschen… Und sterben, vermute ich jetzt mal. Ja, ja natürlich, ist ja ein Krimi, dann so ein bisschen eine crazy Mutter hat er wohl und ich weiß gar nicht mehr, was das dritte war, aber um jetzt wieder an den kleinen Link zu der Sommerbuchempfehlung zu kommen, in diesem Buch kauft man gleich mehrere Dinge, man macht quasi einen Trip nach Schweden, das heißt alle, die nach Schweden fahren oder irgendwie in den Norden, sehr schön, jeder, der sich schon mal von der Idee geträumt hat, so einen Aussiedlerhof mit Freunden zu betreiben, auch sehr schön und sehr lustig fand ich, es spielen gleich zwei Hunde mit in diesem Buch. Ja, sag ich doch, ein Petrusse, ein großer Bernersennenhund, der einen ins Haus schubst, wenn man zu viel getrunken hat. Ja, so ähnlich, ein kleiner Zeus, also das ist, glaube ich, so ein ähnlicher Hund wie der Hund hier von unserer Buchhändlerin, der Lessing heißt, halt eher so ein kleines Terrier-Modell, der überhaupt nicht folgt und nur Quatsch macht und dann gibt's noch den Hund vom Polizisten Lars, ich hab schon wieder vergessen, wie der heißt. Sören. Ich weiß nicht mehr, wie der heißt, auf jeden Fall, der folgt natürlich aufs Wort, kann alles, der ist so der Rex aus Schweden, er wird halt, und ganz lustig, natürlich… Willst du damit sagen, dass alle Hunde, die direkt aus Schweden kommen, gut hören? Ja. Ah. Ich wollte damit einfach nur sagen, dass alle Polizeihunde gut hören und dass quasi die Hauptfigur ist eigentlich, um das mal so abzureißen und auch nicht zu viel zu verraten, die Hauptfigur ist eine Buchhändlerin, die ihren Buchladen schließt und zurücklässt, um in Schweden quasi ihren zweiten Frühling, Sommer, Herbst, wie auch immer, die hintere Lebenshälfte zu verbringen, also sie geht quasi in Rente, verkauft ihren Laden, fährt hoch, um dort ihr Leben mit Viggo, ihrem Langjähri- Victor? Dem Bordsteward? Nee, Viggo Mortensen. Viggo Mortensen? Hieß nicht so ein Kommissar? Weiß ich nicht, der hieß auch nicht Mortensen, das hab ich jetzt gesagt, das ist doch der Typ von Herr der Ringe. Mortensen? Ich glaube. Ach, der Schauspieler? Ah, dann mein ich auch den. Ja, den meinst du wahrscheinlich. Anyways, auf jeden Fall will sie ihren Lebensabend mit Viggo verbringen, ihrer großen Liebe. Und sie fährt dann da hoch zu diesem Hof, den sie kennt, weil sie da in ihrer Jugend schon mal war, also irgendwie kennt sie den Typen schon, seit sie Teenager ist und die haben halt über Jahre so eine ziemlich schöne Daueraffäre gehabt, obwohl sie eigentlich verheiratet ist und auch eine Tochter hat oder verheiratet war, den Mann hat sie vor ein paar Jahren verlassen und sie fährt jetzt da hoch. Nach Späden. Nach Späden, auf diesen Einsiedlerhof und kommt dort an und zu ihrer Überraschung wird sie empfangen von der Ex-Frau, äh von der Witwe von Viggo, weil Viggo ist verstorben in der Zwischenzeit, hat einen Herzinfarkt gehabt, ist tot. Ich denke, es ist ja gar nicht ihr Mann. Ja, aber die Witwe von Viggo, die gibt's noch. Aber den Viggo gibt's nicht mehr, der ist in der Zwischenzeit verstorben. Jaja, das hab ich schon verstanden, aber war jetzt denn Viggo nicht ihr Freund? Ne, Viggo war ihre Affäre. Ihre Affäre. Das heißt, so eine Love Story kriegt man auch noch ein bisschen, also so ein kleines bisschen. Also die Affäre gibt's nicht mehr, beziehungsweise den Affäristen ist das jetzt… Ne, es ist viel frecher, den Grund da hochzufahren gibt's nicht mehr, der ist gestorben, aber die Ehefrau, vermeintliche aka Witwe jetzt, hat das halt rausgefunden und es gibt sehr viele Geheimnisse um den Viggo und sie wollte einfach die Affäre, sie wollte wissen, wer ist die Frau, mit dem mein Mann, mein verstorbener Mann, mich jetzt über Jahre hintergangen hat. Und dann bringt sie Alon. Nein. Ja, das dürfen wir jetzt auch eh nicht verraten. Ne, sehr viel mehr dürfen wir nicht verraten, wobei das Buch hat 450 Seiten und ich glaube, das, was ich jetzt erzähle, passiert auf den ersten 10, also ist nicht weiter dramatisch. Interessant ist aber vielmehr, dass sie dann halt dort ankommen, total überrascht ist von dieser Tatsache, dass er tot ist und das steht auch hinten auf dem Klappentext. Ja, glaube ich jedenfalls. Anyways. Anyways. Biggo ist tot und sie wird jetzt von der Witwe überredet. Redet da doch noch ein paar Tage zu bleiben, schließlich hat sie ja alles aufgegeben und direkt zurück kann sie ja auch nicht mehr. Und dann finde ich das eigentlich ziemlich schön, diese Geschichte ist dann halt, ja ich würde jetzt mal sagen so ziemlich ausführlich mit einem großen Schluck Bullerbü und Pippi Langstrumpf, alle haben natürlich schwedische Namen, aber alle haben die schwedischen Namen, die jeder von uns kennt. Sören, Lars, äh… Svante, Agnetha… Malte… Sie heißt, die Buchhändlerin heißt Ina, obwohl sie eigentlich Christina heißt, aber auch, also alle haben schwedische Namen, die ganze Zeit wird Codboula gegessen, nee, kleine Lüge. Ich frag mich ja immer, ob es das wirklich gibt, also ob Codboula nicht auch so eine Ikea-Erfindung ist. Nee, ich glaub, das ist keine Ikea-Erfindung. Also wer sich auskennt, kann uns ja mal eine Mail schreiben. Also wenn wir irgendwelche ZuhörerInnen in Schweden haben, die können uns ja mal sagen, ob es Codboula wirklich gibt und wenn ja, ob der Schwede und die Schwedin wirklich Codboula im normalen Alltag isst. Die gehen immer ins Ikea, um das zu essen. Also ich glaube, ja. Weil da wird im Ikea, erzählen sie den Schweden die ganze Zeit, das ist ein total deutsches Essen. Aha. Frikadellen. Ist ja auch ein total deutsches Essen. Also würde mich mal interessieren, wer das weiß, schreiben. Ich wollte dich, äh, dich rausbringen. Ja, gibt ja nicht so viel rauszubringen. Was ganz spannend ist, ist also diese Buchhändlerin ist jetzt in diesem Aussiedlerhof angekommen, wird von dieser Witwe überredet, noch ein paar Tage zu bleiben, ist dort mit ihrem kleinen Terrierhund Zeus, der nur Quatsch macht und lebt sich jetzt so ein bisschen in diese Gesellschaft ein. Wobei dann halt schon direkt am ersten Abend ein, die Scheune abbrennt und es den ersten Toten gibt. Und dann ist natürlich so ein bisschen ihr Ermittlerinstinkt geweckt. Als Buchhändlerin. Als Buchhändlerin. Sie hat ja schließlich genügend nordische Krimis gelesen. Und das ist, was ich daran schön finde, so die Leute, die einzelnen Leute haben natürlich alle so Spleens, ja. Und sie muss natürlich immer sofort die Bücher nach Genre, egal wo sie ist, also wenn es irgendwo einen Bücherschrank gibt, einen Bücherbus oder wenn sie nur in einem Kiosk ist, fängt sie direkt an die Bücher zu sortieren. Und es gibt doch einige andere ganz nette Nebencharaktere und die quasi Mutter von Vigo lebt auch noch, die kennt sie auch noch von früher, die rennt auch immer rum und hört schlecht und das ist auch so ein bisschen ein Running Gag. Dann gibt's noch einen, auch wahrscheinlich Mann in ihrem Alter, ganz attraktiv, der sich um den Hof kümmert und dann halt, wer sonst noch da wohnt. Und um diese ganzen einzelnen Leute vorzustellen, ohne dass man total verwirrt ist, weil es so viele gibt und man die Namen nicht auseinanderhalten kann, deswegen ist die Pipi-Langstrumpf-Romantik wahrscheinlich gar nicht schlecht, taucht man da halt so in diese Schwedische ein. Und dann bereiten die sich natürlich auch, dann ist so die Deadline, was klar ist, sie überlegt halt erst, bleibe ich, bleibe ich nicht und sagt sich halt, ich bleibe bis Mittsommer. Weil willst du einmal Schweden erleben, wirst du ordentlich verstochen und feierst einmal Mittsommer mit. Das heißt, in diesem Buch hast du einfach alles, selbst wenn du nicht bis Schweden kommst, leitest du die ganze Zeit mit, weil die wird die ganze Zeit verstochen und die bereiten sich halt auf dieses Mittsommerfest vor. Haben wir nicht mal zusammen diesen total schrägen Mittsommerfilm geguckt oder hab ich den allein geguckt? Wo nachher diese Riesenvogelscheuche brennt. Wo es immer weiter eskaliert, nur weil die einen nicht heiraten wollen. Oh, weiß ich jetzt nicht mehr. Ich kann mich nur an einen erinnern. Da wollen die Eltern sich trennen und wollen das den Kindern sagen und dem ganzen, allen, die eingeladen sind und spielen doch so lange vor, noch ein Paar zu sein, so nach dem Motto, warum verkündest du das jetzt davor und ich glaub der Ehemann ist, glaub ich, krank oder so und sie hat keinen Bock mehr, wie auch immer und sie halten diese Fassade aufrecht und es eskaliert immer weiter. Ja, ich erinnere mich, aber ich weiß nicht mehr, wie der heißt. Ich meine, ich kann mir ja schon nicht vorstellen und das finde ich, wenn man das Buch liest, also so ein Stück weit, ist das wie Urlaub bei Ikea machen oder halt dieses, ich weiß gar nicht, ob ich das könnte, wenn es halt die ganze Zeit hell ist. Ich war ja mal zum Mittsommer in Finnland und das machte ich, also mich hat das fertig gemacht. Also da war es halt, das musst du dir wirklich vorstellen, es war nachts um zwölf, war es ungefähr so dunkel, wie es hier so zwei Stunden vor Sonnenuntergang ist. Also wenn hier die Sonne untergegangen ist, so gerade eben, das ist das Dunkelste, was du dann da hast. Und um zwei Uhr, drei Uhr nachts war die Sonne wieder strahlend hell. Und das macht dich total fertig. Aber hast du dann mit Maske geschlafen oder wie hast du das gemacht? Und das total irritierende ist, ich war da in Finnland, war ich auf einem Musikfestival. Und dann gehst du da über das Musikfestival, die sind alle total betrunken gewesen. Und dann fährst du in die Stadt wieder mit dem Fahrrad, ich habe mit dem Fahrrad in die Stadt gefahren zu unserem Hotel. Und alles ist zu. Und dann guckst du auf die Uhr, ja, halb zwölf. Und es ist auch total hell. Ich glaube, das finde ich ganz schwierig, wenn du so, wenn dein Körper überhaupt nicht klar kommt auf deine Umgebung. Also es ist ja schon fast ein bisschen wie Folter. Also so schlimm ist es nicht, weil du kannst ja wirklich die Roller dann alles runter machen. Aber es irritiert dich komplett, weil es überhaupt nicht, also das, was um dich herum passiert, korreliert nicht mit der Uhrzeit. Also wenn du auf ein Festival gehst, wo die Hälfte der Leute total betrunken ist und richtig abgehen und es ist aber taghell. Und dann sagt einer, jetzt ist Schluss. Und dann gehst du nach Hause und überall, alle Geschäfte sind zu. Du musst durch den Seiteneingang ins Hotel reingehen und du guckst auf die Uhr, weil es halt noch so hell ist. Dann guckst du auf die Uhr und denkst, ja, es ist halb zwölf oder halb eins schon. Und dann gehst du ins Bett und dann machst du um drei Uhr, hast du vergessen, die Roller runter zu machen und es ist halt wie hier mittags im Hochsommer. Also es ist schon nicht ganz schräg. Also dieses Mittsommerding ist es wirklich. Also ich habe das nur fünf Tage gemacht, aber da kommst du komplett durcheinander. Aber jetzt mal, ist es denn jetzt so, wollte ich die ganze Zeit schon fragen, das klingt jetzt sehr klischeehaft alles. Ist es so ein Klischee oder kann man, also ist es so ein Klischee-Krimi oder packt der einen doch, auch wenn er Klischees hat? Also ich würde sagen, er packt einen schon, weil er ist natürlich so immer mit einem Augenzwinkern. Ich finde halt, ja, ich meine, warum muss die Agneta heißen, die dann aber auch nicht die Abba-Sängerin war, aber sie war auch Sängerin. Also es ist alles so ein bisschen, für mich finde ich sehr nah dran, aber die Gesamtstory ist dann doch, also ich habe ja jetzt gelernt, wie hieß es, Novelle, wenn die Dinge sich so nacheinander erzählen. Da ist es auch so, da laufen jetzt keine Dinge parallel ab. Ich glaube, das kann man entweder in einem durchlesen oder man kann es auch wirklich total gestückelt, Kapitel für Kapitel lesen und was halt wirklich nett ist und das mache ich jetzt gerade noch mit dir und das mache ich vielleicht, während du dein Buch vorstellst, noch zwei, drei mal, er hat hier so einen kleinen, unter anderem kriegt man ja den Hundekurs, du lernst die ganzen, die essen wohl auch relativ krasse Keksgeschichten, Süßigkeiten in Schweden, das kriegt man alles mit, weil es gibt natürlich eine Mini-Bäckerei da auf diesem Aussiedlerhof und in dem Kurs, in dem Buch selber gibt es natürlich auch noch einen Schwedisch-Kurs. Und jetzt, ich wollte mich eigentlich noch besser vorbereiten und mir das mal vorsprechen lassen, irgendwie von Google oder Ähnlichem, aber… Das ist ja auch langweilig. Ich probiere es einfach. Mangatta. Mein Gartenturm. Da könnte man glatt neidisch werden, denn die Schweden haben ein eigenes Wort für die Spiegelung des Mondes auf der Oberfläche eines ruhigen Gewässers. Hm. Das war jetzt hier Schwedisch für Anfänger Teil 1. Dann hier eher was für uns. Fredagmys. Ähm, Zeitungsredaktion. Gemeinsam zu Hause gemütlich an einem Freitagabend das wohlige Wochenende einläuten. Freitagsgemütlichkeit eben. Freitagsgemütlichkeit. Geil, oder? Ich weiß ja nur, dass die Finnen ein Wort dafür hatten, betrunken, also sich zu Hause in Unterhose auf dem Sofa zu betrinken. Ja, so ähnlich ist das hier, glaube ich, auch. Die sind einfach, wenn's zu viel hell oder zu viel dunkel ist, hat man komische Fantasien. Denen ist es vielleicht langweilig. Hast du noch mehr spannende Wörter? Smultronställe. Smultronsstäbbe. Ställe. Ställe. Eine Stelle. Ja, das ist schon mal ganz heiß. Mund, Mund, Mund. Smultron. Smultron. Smultron. Nee, keine Ahnung. Übertragen. Ställe, wo die Waldbären wachsen. Gemeint aber ist ein ganz besonderer, verborgener, wunderschöner Ort, an dem man längst nicht mit jedem teilt. Den man längst nicht mit jedem teilt. Wie? Egal, weiter. Jetzt wird's schmutzig. Nicht wirklich. Ficka. Ficka. Ist bestimmt was ganz anderes, als das, was ich jetzt vermute. Ich würde nämlich sagen, es ist ein Priester. Nee, es mag vielleicht ein wenig anzüglich klingen, bedeutet aber nichts anderes, als eine kleine Auszeit vom Alltag. Bei einer entspannten Kaffeepause mit leckeren Keksen und Teilchen oder Kuchen. Am liebsten mit einem Wohlfühlmenschen, natürlich. Ich glaube, dass wenn man jetzt hier jemanden in der Fußgängerzone fragen würde, ob er Lust auf Ficker hätte, das falsch verstehen würde. Könnte. Das könnte wirklich sein. Okay, hast du noch was für den… Also das sind jetzt noch so Sachen, die man jetzt nicht wirklich im Alltag gebrauchen kann. Ich habe einen, den man im Alltag… Das ist eigentlich mein Lieblings. Tigerkacker. Ich will jetzt nicht wissen, was du mit Tigerkacker im Alltag machst, aber auch da ist es wahrscheinlich nicht das, was ich vermute. Also ich gebe dir mal einen kleinen Link. Wenn man weiß, dass Kacker für Kuchen steht, erschließt sich schnell der Sinn hinter Tigerkacker. Tigerkacker, Tigerkuchen. Marmorkuchen. Ah, Marmorkuchen. Also ich fand, das war so ziemlich das Einzige, was ich mir merken konnte. Und dann finde ich noch eins sehr schön, aber das ist so… Warte, das ist, glaube ich, das allerletzte. Vielleicht auch ein bisschen… Ah, nee. Taschenlampe. Das könnte man ja zu oft gebrauchen. Das braucht niemand. Taschenlampe. Gammelmormor. Gammelmormor. Gammelmormor. Das ist bestimmt irgendwas mit einer Mormor und einer Schnuffeldecke. Ah, so ähnlich. Mutter ist die Mor, Großmutter ist die Mormor und die Urgroßmutter im schwedischer Logik ist dann die Gammelmormor. Und wieso ist das jetzt ähnlich zu einer Schnuffeldecke? Ja. Da oben ist einem immer so abknuddeln oder was? Ja. Und Gammelfarfa ist der Urgroßvater. Gammelpapa. Nee, Farfa. Gammelfarfa. Okay, ich muss sagen, die schwedische Sprache, aber das hat man ja schon ein paar Mal gehört, ist lustig. Ja. Köttbullar war jetzt nicht drin, aber er schreibt, glaube ich, auch irgendwann mal über Köttbullar. Also ich sage das nochmal, alle, die das wissen, ob Köttbullar wirklich in Schweden gegessen wird, bitte eine Mail an schussvombuch at gmx.de. Wir freuen uns. So, jetzt abschließendes Urteil. Für wen und wann? Also für alle, die Urlaub in Schweden machen und auch für alle, die hier geblieben sind. Für alle, die einfach Bock haben über einen skurrilen Aussiedlerhof, ganz humorig, nicht zu deep, aber ich meine, ist ein Krimi, was erwartet man? Ich fand ihn wirklich nett zu lesen und der ist auch nicht zu schnell. Ist denn die Lösung gut? Das frage ich ja mittlerweile immer. Ich mich immer. Ob die Lösung gut ist? Ja, ist es so eine erwartbare Lösung oder hattest du irgendwann einen ganz klaren Verdacht, wer der Täter ist und war das dann auch? Oh, ich finde es immer ganz schwierig, wenn bei Büchern immer wieder weitere Personen eingeführt werden oder man dann einen Verdacht hat gegen, also ich würde sagen, so offensichtlich war es nicht, weil das ist so langsam erzählt, dass man vielleicht bis zu Seite 250 noch gar nicht alle Leute kennt. Okay. Aber war denn die Lösung dann gut? Ja. Okay. Dann Trommelwirbel. Kommen wir zu einem der krassesten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Zu Geirr Schoeters Trophäe. Guck mal, ist 1976 geboren, ist eine flämische Autorin. Ach, die sind fast gleich alt, die Autorinnen hier. Ist Flammen, ist das Holland? Oder verdure ich mich da jetzt? Nee, Flammen ist Belgien, oder? Ich glaube, Holland. Aber ich weiß es nicht. Direkt, kann der Nächste schreiben. Also, wenn du weißt, was Köttbullar ist, kannst du auch noch direkt dazuschreiben, ob Flammen eine Holländerin oder eine Belgierin ist. Ich glaube ja, es ist Belgien. Ist aber auch egal. Also, ganz kurze, die Story. Wir machen ja heute keine Wissenssendung, sondern wir empfehlen nur Krimis. Wir empfehlen nur Krimis, ja. Ich erzähle nur Sachen, die stimmen. Nee, ich glaube nur noch Sachen, die stimmen. Ich war ja auf dem Deichkind-Konzert, du warst ja leider nicht mit. Aber ich musste wieder sehr lachen über die Zeile. Ich glaube nur noch, dass was stimmt. Also, ich glaube jetzt nur noch, dass was stimmt. Und was stimmt ist, die Story ist ganz kurz erzählt. Das ist sehr lustig, dass das so kurz ist. Die geht nämlich nur darum, Hauptprotagonist ist ein Typ, der Jäger ist. Und der auf der Jagd nach den Big Five ist. Die Big Five, ich hab's jetzt nicht auswendig gelernt, sind die fünf größten Tiere, die man jagen kann. Also Löwe. Tigerkacker. Tigerkacker, auf jeden Fall. Flumm, Flumm, Flamm, Flamm. Und das Letzte, was ihm jetzt zu den Big Five noch fehlt, ist ein Rhinoceros. Weil die Rhinoceros sind wohl so mit die gefährlichsten Tiere, was mir jetzt auch nicht so klar war. Aber die scheinen am gefährlichsten zu sein, weil die auf jeden Fall angreifen. Also die rennen wohl nicht weg, sondern die machen dich einfach kalt. Also wenn du dich anschleichst und die sehen dich dann platt. Während viele andere Tiere dann vielleicht weggehen oder flüchten und das tun die wohl nicht. Und Evel jetzt fliegt nach Afrika, hat da einen Jagdfreund. Aber er hat schon alle anderen vier. Die anderen vier hat er schon, Evel ist das fünfte. Und die Trophäen von diesen Tieren, er lässt die halt immer ausstopfen anschließend, das ist jetzt wichtig, die lässt er ausstopfen und die schenkt er seiner Frau. Und seine Frau findet Jagd blöd, aber findet die Trophäen toll. Und die beiden sind wohl stinkreich. Er ist irgendwie Broker oder Trader oder irgendwas und hat halt irgendwie Kohle ohne Ende. Deswegen, ich glaub, alleine die Lizenz, um dieses Rhinoceros zu töten, hat den irgendwie sechsstelligen Betrag gekostet. Weil, das ist jetzt auch wieder ganz wichtig, dass in diesem Revier, wo der jagt, ist es halt so, dass die mit dem Geld, was die für diese ganz wenigen Lizenzen da kriegen, fördern die den Naturschutz und sorgen dafür, also damit können die Leute bezahlen, die die Wilderer weghalten, können das Gelände, also die Savanne und so alles pflegen und dafür sorgen, dass die Tiere halt wieder gut leben können. Und dafür muss halt ab und zu eine von diesen Lizenzen, und die wird halt ganz selten ausgegeben, ist wahnsinnig teuer, und er hat jetzt eine gekauft. Und hat die auch ganz geschickt über ein paar Umwege gekauft, damit die Leute nicht bei ihm vor der Tür stehen, die Tierschützer, vor denen er halt immer so ein bisschen Schiss hat, aber ist eigentlich auch gar nicht so wichtig. Wichtig ist jetzt, also er hat die Lizenz, er fliegt da hin und jetzt jagt er dieses Rhinoceros. Die Jagd endet jetzt nicht so unbedingt, wie er das haben wollte. Ihm passiert aber nix. Und er hat aber jetzt nicht diese Trophäe gekriegt, die er haben wollte. Und jetzt, also bis dahin denkt man noch, es ist echt total schön geschrieben, man ist so richtig mit auf der Jagd, also man muss da Bock drauf haben, geht mit den Jägern, also mit seinen afrikanischen Jägern da und Spurenlesern, das ist so ein bisschen Sherlock Holmes-mäßig, die sagen dann so, ja, das ist hier lang gegangen und da lang gegangen und er glaubt denen dann nicht und dann sagt er aber, ja, hier da vorne ist ein kleiner abgeknickter Ast, da kann man das sehen und die Spuren da und die noch nicht, da ist ein Skorpion durchgelaufen, der geht aber nicht abends raus und so weiter. Lustig, wie diese beiden afrikanischen Fährtenleser ihn da hinführen. Und dann, das ist so, denk mal so die Hälfte des Buches und dann dreht sich das Ganze. Dann geht's auf einmal um die Big Six. Oh, kommt noch was dazu. Ja, und was da jetzt dazukommt, das ist halt mega krass. Weil jetzt geht die ganze Geschichte im Grunde genauso wie mit dem Renault zu Reuss, überträgt die sich auf Menschen. Und mehr will ich da jetzt auch gar nicht zu verraten, weil das einfach sehr, sehr, sehr krass wird. Also man kann sich ja jetzt schon denken, was passiert. Ich verrate da auch nicht zu viel, weil diese Anspielung steht auch schon im Klappentext drin. Aber was die Bigs, wer oder was die Big Six, also dieses Sechste dann ist, das ist echt eine harte Story. Und was dann passiert, also wie er dieses Big Six-Ding jagt, wie's dazu kommt und wie's endet, kann ich leider gar nix verraten. Ist aber wirklich richtig, richtig krass. Okay. Und das Schöne daran, also fand ich jetzt an dem Buch, ist es… Also doch ein Thriller nachher, oder? Ja, also wie gesagt, an der Stelle, wo man auf einmal mitkriegt, wo die Story hingeht, ist es ein Thriller. Aber so, wie es erzählt wird, ist es keiner. Also es ist nicht so eine Geschichte, dass irgendwie ein Verbrechen aufgeklärt wird oder so. Es ist von Anfang an alles genau geklärt, was da passieren wird. Es ist nur so krass, wie's passiert und wie's endet. Und dann, wenn man denkt so, ah okay, puh, oh, mega, dann kommt halt, da steh ich ja voll drauf, dann hat man nämlich ganz vergessen, wie das Buch anfängt. Also genauso wie bei Frankenstein, wo ja kein Mensch weiß, dass das Anfang und Ende am Nordpol spielen. Total vergessen. Und dann denkst du, ach klatsch, ja, da saß ja, da war ja dieser, der Typ im Flugzeug. Und dann löst sich halt noch ganz zum Schluss was auf. Das ist aber auch hart gespoilert, oder? Ja, aber wie gesagt, mich hat's wirklich total umgehauen. Der Erbe, der kippt, und wie die dann mit diesem ... Also, man kann das so ein bisschen beschreiben wie, du legst die Regeln komplett neu fest und bewegst dich dann in diesem neuen Kosmos. Also, es wäre so, als würdest du irgendwie sagen, okay, bis jetzt haben wir halt irgendwie Fußball gespielt, und jetzt beschließen wir aber, in der zweiten Halbzeit spielen wir Rugby. So, im Grunde selber Spielplatz. Du willst Tore schießen, aber die Regeln sind halt ganz anders und halt viel härter. So geht das da halt auch ab. Und das Tolle daran ist, fand ich jetzt, dass der erste Teil, wo man die ganze Zeit mit auf der Jagd ist, weil es passiert eigentlich gar nix in dem Buch, es sind zwei Jagden, an denen du komplett teilnimmst. Und du verstehst beim ersten Mal, wie eine Jagd funktioniert. Und beim zweiten Mal ist das Schlimme, dass du weißt, wie eine Jagd funktioniert. Okay. Ja, du bist ja Feuer und Flamme. Ja, es ist wie gesagt, so was hab ich in der Form noch nicht gelesen vor allem. Weil, und das ist ja auch noch das Krasse, wenn's jetzt ein Thriller wär ... Dann hätte man so eine ganz klassische Situation irgendwie so, ja, du hast einen Killer oder einen Psychopathen, der halt Dinge tut. Den hast du hier aber gar nicht. Sondern die ganze Situation ist psychopathisch. Die Situation ist die Bedrohung dann, oder wie? Schwer zu sagen. Also, es ist so, ich kann halt nicht viel mehr erzählen, weil sonst würd ich jedem den Spaß nehmen, an dieser Stelle selber zu entdecken, was da passiert. Also, für wen ist es? Also, auf jeden Fall nicht für Vegetarier. Man lernt auch viel über afrikanische Riten und Mythen. Das fand ich auch sehr toll. Und dieses ganze Fährtenlesen ist halt total spannend. Ob's jetzt alles so stimmt, keine Ahnung, ist ja ein Roman. Aber wenn nicht, ist es halt schön ausgedacht. Und es ist halt toll geschrieben. Also, es ist halt wirklich so ein ... Die Frau hat sich, glaub ich, ganz geil in dieses afrikanische ... Leben und diese Gesellschaft reingelebt. Und auch ... Da gibt's halt einen Stamm. Ähm, der auf diesem Gelände lebt, wo die halt jagen. Wobei Gelände jetzt so ein mehrere Tausend Quadratmeter großes Gelände meint. Weißt du, was ich mir jetzt grade vorstelle? Mein Autor, immer wenn er irgendwie Inspiration gebraucht hat, ist er zu Ikea gepilgert, hat einmal Köttbullar im Restaurant gegessen. Und deine Autorin musste wahrscheinlich irgendwie in irgendeiner kleinen Lehmhütte, die mit Kuh-Scheiße verkleidet war. Genau, wo ich mir denke, dass die das wirklich gut recherchiert hat. Ich war ja auch schon zweimal in Afrika. Und ich hab so ein paar Situationen wiedererkannt, auf die kommst du hier nicht. Also, das würde dir jetzt nicht ... Das kannst du dir ja nicht ... Klar, kannst es dir ausdenken. Aber du würdest ... Das wär jetzt nicht das, worauf du als Erstes kommst. Aber das ist da so. Von daher würd ich schon annehmen, dass sie das gut recherchiert hat. Aber es ist auch egal. Man glaubt ihr das. Und dieses ... Ja, diese zweite Jagd, die ist halt wirklich megakrass. Und wie gesagt, das passiert eigentlich in dem ganzen Buch nix wirklich Wildes. Sondern man leidet halt eigentlich die ganze Zeit mit dem Jäger. Und dem Gejagten. Also, ob das jetzt das Rhinozeros ist oder im zweiten Teil halt ... was anderes. Aber du bist halt auch immer nur bei ihm. Also, du kriegst immer nur seine Sicht der Dinge mit. Und das ist halt ganz schwierig zu erklären. Das Lustige, find ich dann ... Das ist, glaub ich, typisch für afrikanische Geschichten. Er denkt dann immer so, keine Ahnung, der Pferdenleser, der will ihn verarschen. Weil umso länger die jagen, umso mehr Geld kriegt der. Und dann glaubt er dem nicht, dass das Tier jetzt da langgelaufen ist. Und dann antworten die aber ganz oft mit so, ja, wenn Gott nicht will oder wenn blablabla nicht will, dass du die Beute findest, dann wird er dir zeigen. Also, immer so Gottesstammes, dann haben die auch ganz viele Rituale, wo sie dann halt irgendwelche Götter beschwören und dann stundenlang die ganze Nacht tanzen und so. Also, auch viel so mit Trance-Zuständen arbeiten. Das ist wirklich ganz, ganz großartig. Bin ganz begeistert. Muss ich ... Ja, merk ich. Also, ich glaube, ich schaff's ja immer nicht, deine Bücher zu lesen. Aber das hört sich jetzt wirklich mal so an, als müsste ich auf jeden Fall dein Buch lesen. Also, es ist, um's kurz zusammenzufassen, es ist wirklich ... Man muss entschuldigend für alle neuen Hörerinnen dazu sagen, ich schaffe es, alle zwei Wochen ein Buch zu lesen. Auch wenn's 450 Seiten hat. Mehr ist bei mir einfach aus Kapazitätsgründen nicht drin. Ich versuch ja immer, deine auch noch zu lesen. Ja, du bist auch irgendwie ... Gelingt mir auch fast immer. Ja, krass am Aufholen. Ja. Also, die Frage ist ja immer, du hast ja gefragt, wer soll's lesen. Ich hab ja bis jetzt nur gesagt, Vegetarier besser nicht, weil wirklich viel Fleisch gegessen wird. Und natürlich viele Tiere gejagt werden. Äh ... Aber wenn man davon mal absehen kann, es ist ja ein Roman, dann ist es wirklich ein ... ein sehr langsam erzähltes Buch. Also, ich hab, glaub ich, noch nie so ein spannendes Buch gelesen, was so langsam erzählt ist. Mhm. Wenn du verstehst, was ich meine. Weil du zitterst halt wirklich die ganze Zeit mit. Dann hat der irgendwann noch einen Skorpion in seinem Schuh, weil er einmal nicht aufgepasst hat. Das find ich auch so geil, du darfst dir keine Schwäche erlauben. Du darfst keine Sekunde nicht aufpassen. So, und dann hat der irgendeine Situation, und dann passt er nicht ... Einmal guckt er nicht in seinen Schuh rein, und dann wird er von einem Skorpion gebissen. Mhm. Daran stirbt er nicht, aber kriegt dann Lähmungserscheinungen und so. Das Buch ist natürlich in der Wüste super. Gott. Ja, also, du hast so echt so die ganze Zeit immer so ein ... Du hast Puls bei dem Buch. Und vor allem, wenn du in der zweiten Hälfte dann auf der zweiten Jagd mit bist, dann schwankt das immer so zwischen ... Uah, krass! Und Puls. Ja, nee, da ist meins eher so die Astrid Lindgren-Version des Krimis. Also, das kann man wirklich ganz ... Da kriegt man jetzt keinen Herzinfarkt. Ja, den Herzinfarkt kriegst du bei mir auch nicht. Aber du hast Puls. Also, du bist schon mit auf der Jagd, und in der zweiten Hälfte bist du dann eher so mit diesem ... Okay, kann man das machen? Ist das krass so? Und das Schlimme, find ich, man ertappt sich dann, wenn man sich drauf eingelassen hat, dass man die Logik dann teilweise akzeptiert. Weil die sehr überzeugend dargestellt wird. Und das zieht einen dann noch tiefer da rein, dass man den Konflikt des Protagonisten viel besser verstehen kann. Den, der am Anfang hat ... Also, ich finde schon, was mich jetzt grade total anspricht, oder was ich superspannend find, dass du sagst, so, im Prinzip hat das Buch zwei Teile. Und der eine ist mehr oder weniger der Erklärteil, wie funktioniert eine Jagd. Und der zweite ist dann auf eine andere Situation angewendet, das Horrorszenario. Aber eigentlich genau das Gleiche. Das find ich irgendwie als Setting krass. Ich hatte das ja letztens schon mal bei einem Film. Wir hatten jetzt recht viele asiatische Autorinnen. Da gab's ja auch diesen Film, ich glaub, Die Housemaid, ich hab's immer noch nicht nachgeguckt. Wo du die erste Stunde denkst so, ja ... Und dann in der zweiten Stunde dich ärgerst, dass du in der ersten nicht besser aufgepasst hast. Und hier ist es genauso. Du brauchst die erste Stunde, man denkt sich, ja, komm, ich hab's jetzt verstanden. Aber nee, die Zeit musst du dir nehmen, um dann in der zweiten quasi das Ganze noch mal zu haben. Und dann weißt du, worum's geht. Krass. Ja. Also, Gaia Schoeters oder Gaia Schoeters oder wie auch immer sie, na, Hörerin, ihr wisst Bescheid, schickt mir Flämisch und Godbullar. Trophäe jetzt demnächst als Taschenbuch zu haben. Wir verlinken dann, wenn's schon draußen ist, auch das Taschenbuch. Mit unseren Affiliate-Links, das kann man vielleicht auch noch mal sagen. Wenn ihr Bücher bestellen wollt, über die wir hier sprechen, dann seid doch so lieb und bestellt über unsere Affiliate-Links. Wir verdienen dann eine halbe Tasse Kaffee. Apropos, da kann ich jetzt hier noch einen kleinen Schwedischkurs Teil 13 einbringen. Affiliate-Linken sind? Ja. Patar. Patar, Kartoffeln. Patar heißt, von Kaffee kann man nie genug bekommen. Deshalb haben die Schweden ein eigenes Wort, das den Kaffeenachschub garantiert. Wörtlich würde es ein kleiner Schluck bedeuten. Patar, aber gern. Alles klar. Also, euch kosten die Bücher übrigens dann nicht mehr. Nee, und macht's über GenialLokal, dann tut er eurem lokalen Buchhändler, Buchhändlerin auch noch einen Gefallen. Also einfach bei uns in die Shownotes auf den Link gehen, der führt euch sowieso zu GenialLokal. Ansonsten, wenn ihr uns einen Gefallen tun wollt, empfiehlt uns euren Freundinnen und Freunden. Dann haben wir noch mehr Zuhörer und können noch mehr spannende Bücher lesen, die wir euch dann vorstellen können. Yay! Wir wünschen euch einen tollen Urlaub, egal, ob es nach Afrika, Schweden oder einfach nur an Baggersee geht. Ich würde sagen, wir hoffen mal auf angenehmere Temperaturen, bisschen weniger Regen, wobei für die Natur ist es ja ganz gut, aber es ist ein bisschen verrückt, was da gerade abgeht. Und in der nächsten Folge, das kann ich schon spoilern, werdet ihr viel über Naturphänomene lernen. Naturphänomene? Und zwar über den Kugelblitz. Was? Naja, ich nehme mal wieder zur Abwechslung einen asiatischen. Ich auch. Nein, wir machen schon wieder asiatische Wochen. Ich habe Liu Cixin, den Autor von Die Drei Sonnen. Ich konnte mir den Namen nicht merken, ich werde das Loch mitbringen. Alles klar, dann, wir hören uns in zwei Wochen. Bis dahin, tschüss. Schönen Urlaub, bis dann, ciao.
Neuer Kommentar