#119 - Supernova und das Loch
Shownotes
🎧 Schuss vorm Buch – Supernova und das Loch: Wenn Kinder die Welt regieren und Frauen verschwinden
In dieser Folge reisen wir mit Liu Cixin in eine Welt ohne Erwachsene und mit Hiroko Oyamada in ein Leben, das in einem Loch zu versinken droht. Zwei Bücher aus dem asiatischen Raum, die unterschiedlicher nicht sein könnten – aber beide Fragen aufwerfen, die uns noch lange beschäftigen.
📚Die vorgestellten Bücher
Supernova – Liu Cixin Eine Sternenexplosion verändert alles: Nur Kinder unter 13 überleben, Erwachsene sterben. Die Welt bleibt zurück – und wird zur Spielwiese der Kinder. Was passiert, wenn sie die Verantwortung übernehmen? Eine KI hilft zwar, aber die Kinder entscheiden bald selbst. Und dann wird es gefährlich, schräg, erstaunlich menschlich. Perfekt für: alle, die nach "Die drei Sonnen" nicht genug kriegen, für Sci-Fi-Fans mit Lust auf kluge Weltentwürfe und moralische Grenzfragen
Das Loch – Hiroko Oyamada Eine junge Frau zieht aufs Land, gibt ihren Job auf, lebt plötzlich gegenüber der Schwiegereltern – und verliert sich in der Bedeutungslosigkeit des Alltags. Dann fällt sie buchstäblich in ein Loch. Realität? Metapher? Traum? Oder alles zugleich? Ein stilles, verstörendes Buch, das Fragen stellt, ohne sie zu beantworten. Perfekt für: Leser:innen, die literarische Zwischenwelten mögen, sich auf Atmosphären einlassen und gern über Rollenbilder nachdenken
Was dich außerdem erwartet:
- Was haben Kugelblitz und Supernova gemeinsam? Spoiler: Nichts, außer dass Matz sich vertan hat.
- Eine Liebeserklärung an gute Übersetzungen – und an die, die sie machen
- Das Geräusch zum Buch – unsere neue Lieblingsrubrik: Hä? trifft auf Whoa!
- Eine Einladung: Habt ihr einen Buchtipp, der mit Liu Cixin mithalten kann? Meldet euch!
Feedback, Lob, Kritik oder Vorschläge? schussvormbuch@gmx.de
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Keywords: Science-Fiction Roman, Liu Cixin Supernova, asiatische Literatur, Hiroko Oyamada Das Loch, Buch über Depression, dystopische Bücher, feministische Literatur, Buchpodcast 2025, asiatische Autor:innen, Übersetzung japanisch deutsch
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Schuss vorm Buch – Supernova und das Loch Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Schuss vorm Buch und ich muss mich direkt am Anfang entschuldigen. Für was? Ich hab gelogen. Hä? Ich hab in der letzten Folge behauptet, ich würde heute ein Buch von Liu Cixin vorstellen. Bis dahin stimmt's noch, aber ich hab gesagt, es geht um Kugelblitze und das stimmt nicht. Was jetzt aber einfach daran liegt, dass ich die Bücher vertauscht hab, ich werde Supernova vorstellen und nicht Kugelblitz. Ach, es gibt beide Bücher und du machst jetzt einfach ein anderes? Ich nehm einfach ein anderes. Also alle, die sich jetzt auf Kugelblitz und Naturwunder gefreut haben, wird noch krasser. Ich hatte einfach den falschen Titel im Kopf bzw. ich hatte einfach das falsche Buch im Kopf. Ich find, das passt aber viel besser. Es passt auf jeden Fall. Weißt du, so eine Supernova und dann… Eine Supernova führt, glaub ich, zu einem schwarzen Loch. Ein schwarzes Loch ist ja eine implodierte Sonne oder ein implodiertes Riesending. Ah, das ist der Fachbegriff für implodiertes Riesending. Da kommt mein Physikstudium mir wieder absolut zugute. Ich weiß, wie solche Sachen heißen, nämlich ein Riesending. Das implodiert und dann so in sich zusammenfällt, dass sich die ganze Masse auf einen unglaublich kleinen Punkt zusammenballt und damit so eine krasse Anziehungskraft hat, dass sie den Mittelpunkt eines schwarzen Loches bildet. So Freunde, das haben wir jetzt alles gelernt. Und ich werde euch Supernova vorstellen von Liu Xin Xin. Du weißt schon, dass wir ein Buchpodcast sind. Ah ja, genau. Und damit werden wir, glaub ich, unseren großen asiatischen Zyklus, den wir jetzt vor ein paar Wochen angefangen haben, Ja, den schließen wir jetzt hiermit ab. Keine Angst, Leute. Aber Liu Xin Xin, für alle, die es jetzt noch nicht wissen, den habe ich schon mal vorgestellt mit seinem wahnsinns unglaublichen Werk Trisolaris oder die drei Sonnen, was ja auch von Netflix verfilmt worden ist als Serie. Da gibt es ja drei Bände, insgesamt 1000 Seiten und ich finde, das ist das unfassbarste Science-Fiction-Buch oder die beste Triologie, die ich jemals gelesen habe. Also das Buch lässt einen nicht los. Darüber reden wir aber nicht. Wir reden heute über Liu Xin Xin und Supernova. Und du hast mitgebracht? Ich habe auch was Asiatisches dabei. Ich habe Hiroko Uyamada, das Loch, dabei. Und deine asiatische Frau, Mann, ist eine Japanerin? Klingt japanisch. Ja, zumindest ist sie in Japan geboren und studierte auch japanische Sprache und Literatur an der dortigen Universität. Danach hatte sie wechselnde Jobs, auch großartig unter anderem bei einem Autohersteller. War sie aber nur Aushilfskraft und das hat dazu geführt, dass sie ihren ersten Debütroman geschrieben hat. Koyo hieß im Deutschen die Fabrik, also die scheint schon recht bekannt zu sein. Das habe ich jetzt selber nicht gelesen. Aber was ich spannend fand, sie hat eben auch für dieses Buch, das Loch, hat sie den japanischen Noma Award bekommen. Nee, Quatsch. Den Noma Award? Nee, warte mal. Für das Loch hat sie den Uyamada, erhielt Uyamada, so heißt die Autorin, den Akutawa Preis bekommen. Und die Übersetzerin hat aber auch einen Preis bekommen und das finde ich auch total spannend. Noma Bierig hat Philosophie und Japanologie in Berlin und Tokio studiert und hat beide Werke von ihr übersetzt und hat für das eine eben auch den Award for the Translation from Japanese Literature bekommen. Das finde ich ja, das wäre glaube ich auch mal eine komplett eigene Folge wert. Wir sollten mal so ein Special machen mit Übersetzern. Gerade aus dem Chinesischen und aus Sprachen, die ganz anders sind, wäre mal interessant. Hier vorne habe ich nämlich eben zufällig beim Aufklappen, weil ich wollte mal gucken, wann das Original rausgekommen ist. Also mein Buch ist von 2003, ist aber erst 2021 auf Deutsch erschienen. Und da steht vorne drin, die Übersetzerin, das ist in diesem Fall eine Frau Karin Beetz, dankt der VG Wort und dem Programm Neustart Kultur des BKM für die Förderung durch ein Stipendium. Wahrscheinlich dann für diese Übersetzung. Also die Originalausgabe ist schon 2014 rausgekommen. Wo steht denn, wo die deutsche rausgekommen ist? Ah ja, veröffentlicht im Rohwald Verlag, Hamburg, Juli 24. Also die deutsche Erstausgabe, hat es doch ganze zehn Jahre gedauert, bis das übersetzt war. Ja, meine hat 2003 in China rausgekommen. Also Liu Shixin ist ja Chinese. Und dann jetzt, 23, also jetzt, vor zwei Jahren, hat 20 Jahre gebraucht. Aber wir sind ja kein Lehrpodcast. Aber ich finde das einfach extrem spannend. Ich meine, wenn man selber sich halt überlegt, wenn man nur aus dem Englischen was ins Deutsche übersetzt und das soll dann irgendwie literarischen Anspruch haben oder ordentlich klingen, dann ja. Ja, aber wenn du jetzt noch das Problem hast, dass ja Schriftzeichen da sind. Also Englisch, da hast du ein Wort, das heißt Haus und das ist im Deutschen Haus. Jetzt hast du aber vielleicht ein Schriftzeichen, das acht Bedeutungen haben kann. Und jetzt musst du es ja auch noch interpretieren und gucken, ob die Übersetzung mit dem übereinstimmt, was gemeint ist. Weil ein Haus kann ja eine Villa sein, das kann ein kleines Haus, ein großes Haus, ein mittleres Haus, eine Hütte, alles mögliche sein. Du musst ja dann auch noch gucken, dass es mit dem Kontext, was der gemeint hat, der Autor übereinstimmt. Ja, aber ich meine so Jobs wie Korrekturlesen oder sogar Lektorat, das wäre auch überhaupt nicht meins. Da musst du ja auch gucken, dass irgendwie alles in sich stimmig ist. Fragen, Grammatik, vielleicht bessere Formulierungen, vielleicht ganze Teile umstellen. Also es gibt so Jobs, wo ich mich nicht für geboren fühle. Also ich finde es immer toll, wenn man es irgendwie liest und es ist in sich stimmig. Und das muss ich ja sagen, alle, eigentlich finde ich es ja spannend, dass diese ganze asiatische Literatur, die wir jetzt in den letzten Wochen vorgestellt haben, in unserem asiatischen Zyklus, dass die sprachlich alle so richtig, richtig genial waren. Vielleicht sind die Originale gar nicht gut. Doch, ich glaube. Hier, die Hiroko hat ja auf jeden Fall auch einen Preis bekommen und hat auch japanische Literatur. Okay, nach diesem kleinen Titel-Thesen-Temperamente-Ausflug in die Welt des Kulturradios, gehen wir zurück zu den hohen Weinen der Literaturbesprechung. Möchtest du anfangen oder soll ich anfangen? Das Loch oder Supernova? Ich glaube, ich hab diesmal das weniger kryptische Buch. Meinst du? Also ich meine, allein wenn sie nebeneinander liegen, ist deins ungefähr viermal so dick. Ja, also Liu Cixin hat, glaube ich, drei Bücher geschrieben, die sehr kurz sind. Das fand ich übrigens sehr mies. Das waren kleine Taschenbücher. Und du hast dich auf so ein fettes Werk gefreut. Nee, ich hab's ja gesehen im Laden, aber ich hab nicht reingeguckt. Und dann war der Weltenzerstörer zum Beispiel, war eine Geschichte, die aber nur bis zur Mitte des Buches ging. Und dann noch so eine unfix Leseprobe. Ja, aber das halbe Buch war eine Leseprobe aus Die drei Sonnen, was ich ja schon gelesen hab. Und das ist mir bei einem zweiten Buch, was ich mir von ihm gekauft hab, ist es mir auch nochmal so passiert. Aber jetzt hab ich alles gelesen. Also ich kann mich Liu Cixin-Experte nennen, weil ich hab alle seine Bücher gelesen. Und das hier, das aktuelle, hat knapp 500 Seiten. Aber das Schlimme finde ich ja bei Liu Cixin, ich hab ja diese 1000 Seiten Die drei Sonnen schon gelesen, die drei Bände. Ich hätte weiterlesen können. Wobei das Interessante ist bei den Drei Sonnen, dann hör ich auch auf mit denen, ist, dass man eigentlich am Ende sofort wieder vorne anfangen kann. Weil das so eine Art, genau wie bei Wackelkontakt, so ein ganz komischer Rundschluss ist. Also du kannst eigentlich wieder von vorne anfangen. Du kannst das Buch immer lesen. Ewig. Und jetzt kommen wir zu Supernova. Ich fang jetzt mit Supernova an. Handlung ist schnell erklärt. 500 Seiten schnell erklärt. 500 Seiten schnell erklärt, ja, weil die Handlung, die eigentliche Handlung ist gar nicht so dramatisch, aber ich fand hier hinten drauf vom NPR, was immer der NPR ist, ich weiß es nicht, so eine Kritik oder wie sagt man? Festimonial. Supernova liest sich als hätte Ursula K. Le Guin den Herrn der Fliegen für das Raumfahrtzeitalter neu geschrieben. Ein Meisterwerk. So und jetzt, das deutet ja schon so ein bisschen an, es geht nicht um Abortfliegen, sondern es geht um Kinder. Und folgendes ist los, diese Supernova, die führt dazu, dass die Erde von einem Sonnenwind oder einer gewaltigen Strahlenwolke ausgelöst durch eine Sternexplosion heimgesucht wird. Und die zerstört irgendwas im Körper, was unter 13-Jährigen noch regenerieren können und über 13-Jährige nicht. Oh, es gibt jetzt nur noch eine Welt voller Kinder. Genau und das krasse ist, die wissen das rechtzeitig, dass die Menschheit acht Jahre lang Zeit hat, die Kinder unter 13 Jahre darauf vorzubereiten, dass die Erwachsenen in acht Jahren alle weg sind. Wahnsinn. Und die sterben auch tatsächlich dann. Alle gleichzeitig. Relativ gleichzeitig, das wird dann dargestellt am Ende. Am Ende der Erwachsenen gibt es in einem Bunker eine riesen Wand und da sieht man genau, wo noch welche leben. Und diese Bilder erlöschen dann immer weiter, bis nachher kein einziger Erwachsener mehr übrig ist. Und dann sind nur noch Kinder auf der Welt. Krasse Vorstellung. Ja, und das Interessante ist zum einen, wie die darauf vorbereitet werden. Das ist aber jetzt gar nicht so viel. Das ist vielleicht so ein Viertel von dem Buch. Also erstmal dieses so, verdammt, da passiert was. Und dann, okay, was machen wir jetzt? Wir bereiten die Kinder vor. Und dann behalten die aber die Welten bei. Also die Länder werden beibehalten. Und jeder bringt seinem Kind im Grunde das bei, was er kann. Also der Postbote bringt dem Kind Postbote sein bei. Dann gibt es so Lager, wo halt die Besten, die Elite rausgefiltert wird, die dann die Länder führen müssen. Also es gibt dann auch einen Präsidenten, der ist zwölf. Geil. Der hat Pressesprecher, die sind elf. Das ist wirklich sehr, sehr lustig. Aber richtig lustig wird es, in dem Moment, wo die letzten Erwachsenen weg sind, wird den Kindern klar, dass das jetzt ihre Welt ist. Dann halten die das noch so, keine Ahnung, ein Monat, ein halbes Jahr durch mit dem, wie sie es gelernt haben. Und dann fällt denen irgendwann auf, dass sie das ja gar nicht müssen. Und dann wird es lustig. Das ist ja echt ein spannendes Experiment. Und dann erschaffen die sich ihre eigene Welt. Und das Interessante daran, also es gibt zwei Aspekte, da verrate ich auch glaube ich nicht zu viel. Das eine ist, dass sie ähnlichen Blödsinn machen wie Erwachsene, aber viel krasser. Also die spielen dann Krieg und einigen sich darauf, weil die haben ja die ganzen Bombenarsenale. Also die haben alle Waffen, sind noch da. Und die wissen, können auch damit umgehen. Also die sind jetzt nicht unbedingt alle Piloten geworden und können super fliegen, weil dafür war die Zeit zu kurz. Aber sie haben das Arsenal an Waffen und einigen sich dann. Sie gehen dann erstmal in eine virtuelle Welt, wo sie alles mögliche erschaffen, worauf sie Bock haben. Und in dieser virtuellen Welt beschließen sie, dass ihnen das nicht krass genug ist und wollen dann Krieg spielen mit echten Waffen. Und gehen dann in die Antarktis, teilen die auf, je nachdem wie groß die Länder sind. Also so ein bisschen wie bei Risiko. Und dann werden Spiele abgehalten, die kämpfen dann in unterschiedlichen Dingen gegeneinander. Also dann gibt es die Panzerschlacht, dann gibt es die Flugzeugschlacht, dann gibt es die Eins-gegen-Eins-Schlacht und so weiter und so weiter. Und wie das dann alles endet und was daraus wird, ist super interessant und ein total geiles Gedankenexperiment. Aber der ist ja Schriftsteller. Ist der auch noch irgendwie Psychologe, Anthropologe, keine Ahnung. Oder ist der einfach so ein... Der erschafft ja seine eigenen Welten. Also ich finde, was ich an dem Wahnsinn finde, ist, dass er schon bei... Ich war ja schon wahnsinnig geflasht bei den drei Sonnen, wie das endete und welche Welten der da erschaffen hat. Also allein dieser Gedanke, sich zu überlegen, wenn es andere intelligente Wesen irgendwo im Weltall gäbe, keiner würde sich zu erkennen geben, dass er Angst hätte, aufgrund einer ganz bestimmten Logik, dass die anderen ihn umbringen müssten, weil sie ja nicht wissen, ob er friedlich ist. In dem Moment, wo man sich meldet und nachfragt, hey bist du friedlich und der ist nicht friedlich, hat man sich ja verraten und stirbt. Weil die anderen ja wahrscheinlich genauso denken. Und jetzt zu sagen, was machen denn Kinder, denen du diese ganze Welt in die Hände gibst. Wahnsinn. Also der ist nichts anderes als Schriftsteller. Der hat einfach nur eine unfassbare Vorstellungskraft, Imagination, Fähigkeit. Du willst es auch immer weiterlesen. Du denkst ja dann immer so, das können die nicht ernsthaft machen. Ja, die Frage ist ja so, wie endet sowas? Das kannst du jetzt natürlich nicht spoilern, aber... Das kann ich nicht spoilern, das gebe ich euch jetzt allen, die zuhört, mit auf den Weg. Wenn ihr ein Buch lesen wollt, was glaubst du denn, was Kinder machen würden? Also wenn jetzt ab morgen nur noch maximal 13-Jährige hier auf der Welt wären. Gibt es dann schon KI, die sie befragen können, die sie supporten? Es gibt eine Riesen-KI, die ihnen hilft. Das ist übrigens auch ganz lustig, es gibt dann diese KI, die ruft dann auch die Leute an und sagt, hier pass auf, wir haben ein großes Problem im Bezirk 14, da sind Feuer ausgebrochen. Ich empfehle, dass die Feuerwehr das und das macht und dass wir weniger davon machen und so weiter. Also es gibt diese KI schon, die ruft die Leute auch an und die hilft auch. Also die haben mal so ein, ich weiß gar nicht, wo ich das gesehen habe, ein Experiment mit Kindern gemacht. Da haben die quasi, der Betreuer hat zehn Jungs in quasi so ein Ferienhaus gelassen und die hatten alles da, die hatten ganz viel Essen für, glaube ich, eine Woche und die hätten quasi alles selber machen sollen, von Kochen, also sich bekochen, vielleicht auch die Betten machen und so weiter, aber hier zehn Tage allein gelassen. Und das ist total eskaliert, weil die halt, ja keine Ahnung, sich am Anfang noch relativ normal verhalten haben, aber relativ schnell dann schon nicht mehr dieses, wir essen dreimal am Tag und so weiter einhalten konnten. Und die sind innerhalb von dieser Woche total verwahrlost. Also es war so, die wollten dann alle abgeholt werden und keiner wollte da bleiben. Also die Freiheit war, das ist auch immer weiter eskaliert. Das ist interessant, weil so mit genau diesem Experiment filtern die raus, wer Anführer und Militärchef und sowas wird. Also die geben irgendwie 20 Gruppen von Kindern aus verschiedenen zusammengestellt, kriegen immer so 30 Kinder ein Camp und dann sind die alle in so einem Tal und dann kriegen aber, und das ist das Gemeine, die einen mehr Waffen, die anderen mehr Essen, die anderen mehr Trinken und dann gucken die, was machen die jetzt. Also fangen die an zu teilen oder gehen die mit den Waffen auf die los, die keiner haben und so weiter und da filtern die dann die raus, die nachher die Anführer der neuen Welt werden. Also vielleicht kannte der dieses Experiment. Also das war irgendeine Reportage mal, ich erinnere mich auch gar nicht mehr wirklich an die Quelle. Ja, vielleicht hat man das in China auch mal gemacht, ähnliche Experimente. Bestimmt, also ich meine, das war auch, sag ich mal, so harmlos angesetzt. Das war jetzt auch nicht sowas Repräsentatives mit tausend Teilnehmerinnen, sondern das war einfach ein Haus mit irgendwie, weiß ich nicht, zehn Kindern. Und die sind aber zum Teil, ja, das ist aber genauso wie dieses Experiment, ein paar sind die Wächter, ein paar sind die Gefangenen, was auch völlig eskaliert ist. Also ich würde sagen, natürlich haben die vielleicht einen ethischen Kompass, aber wenn die als Menschen noch nicht so ausgereift sind und es überhaupt gar keinen Regulativ mehr gibt und die alles machen können, was die wollen, dann ist, glaube ich, von A bis Z einfach alles dabei. Und ich würde sagen, von net gibt es sicherlich irgendjemand, der sich mehr kümmert, bis gibt auch irgendjemand, der die anderen quält, wird alles dabei sein. Ja, das Interessante ist dann auch, die werden ja dann erwachsen. Also die betrifft das ja nicht mehr, die haben diesen genetischen Schaden nicht mehr. Und dann geht ja im Grunde, wie lange brauchen die noch, fünf Jahre? Nach fünf Jahren sind die ersten ja 18 und danach geht es halt ganz normal weiter. Ich fände es halt ein megaspannendes Experiment, wenn du das jetzt quasi jetzt machen würdest, dass quasi alle Alten sind weg und wie würden dann die Kinder mit allem weiteren umgehen? Also würde ein Kind, das jetzt zum Beispiel irgendwie in der Ukraine oder in Russland im Krieg aufgewachsen ist, würde das überhaupt Krieg spielen wollen oder wird es sofort aufhören? Oder erkennt es gar nichts anderes? Also ist das der Normalzustand? Also ich glaube, das ist ja auch irgendwie schwierig. Also bei ihm war es ja so, dass es denen einfach langweilig war. Also das ist ja auch ein ganz großer Aspekt irgendwie, weil die, wenn du erkennst, warum soll ich diesen Quatsch hier machen? Also warum soll ich jetzt jeden Morgen in die Fabrik gehen und Autos bauen? Will ich doch gar nicht. Und dann macht mir keinen Spaß. Also diese Kinder sind ja viel spaßorientierter und triebgesteuerter. Die sagen, ja gut, ich könnte für die Gesellschaft Häuser bauen, könnte das, aber warum? Macht mir keinen Spaß, lass ich. Und da fängt es ja dann an spannend zu werden. Weil wenn die die Nahrung quasi ranschaffen, weil sie Reisbauern sind oder Kuhhirte oder was und dann sagen, hab ich keinen Bock mehr drauf, ich will Süßigkeiten. Also Candies for all. Und dann machen die halt auch ganz, ganz lustige Sachen mit dieser KI, was ja auch krass ist, weil es ist ja 2003 geschrieben. Ja, das ist natürlich super krass. Also da hat sich da schon so eine virtuelle Welt ausgedacht, in der die dann weltweit miteinander auch kommunizieren und dann passieren krasse, lustige Dinge. Also ich finde diese Idee, das ist wirklich ein Buch, wo man so ganz anders Science Fiction. Also diese anderen Bücher von ihm, die ich gelesen habe, die gehen halt immer auf so krasse Ideen, was wäre, wenn eine fremde Macht auf unsere Erde kommt und wir müssen uns mit denen arrangieren oder auch nicht. Und hier ist es ja quasi, nee, alles wie gehabt, kommen keine Außerirdischen, es passiert nichts, sondern einfach nur, es sind alle Erwachsenen weg. Und das ist ja auch mega, mega gut. Also ich fand das ganz, ganz, ganz spannend und toll zu lesen. Ja, ich weiß immer nur, du bist ja immer so nicht enttäuscht, traurig, wenn du durch bist mit dem Buch, dann ist halt irgendwie, ja, gibt's nichts weiter zu suchten irgendwie. Ja, ich weiß auch wirklich nicht, wie ich jetzt mit dem Thema Science Fiction nach Liu Cixin und den drei Sonnen und finsteren Wald und so weitermachen soll. Du kannst vielleicht als erstes mal hier das Loch lesen. Ich kann als erstes mal unsere Zuhörenden fragen. Habt ihr einen super Tipp, was ich jetzt weiterlesen kann, was an Liu Cixins drei Sonnen im Science Fiction Bereich rankommt? Dann bitte Anschluss vom Buch at gmx.de in eine Mail. Wir freuen uns, freuen uns übrigens immer über Post. Wenn ihr irgendwelche Anmerkungen habt oder uns irgendwie Tipps geben wollt oder Bücher, die ihr gerne mal besprochen hättet, dann machen wir das natürlich gerne. Aber jetzt kommen wir zu … Das Loch. Das Loch. Ich muss sagen, das Loch hat mich so ein bisschen ambivalent hinterlassen. Ich kann jetzt auch nicht mehr sagen, ein spannendes Buch. Es ist ein Buch. Es hat einen sehr schönen Einband. Haptisch sehr schön. Kapitel sind übersichtlich sortiert. Die Seiten sind fast nicht durchsichtig. Und nummeriert? Auch durchgehend nummeriert? Ja. Sehr schön. Ja, bleibt auch irgendwie immer gleich. Gute Schriftgröße? Ja, angenehm. Angenehme Schriftgröße, ja. Hier im nicht platten Text, sondern vorne drin steht zum Beispiel Hiroko Oyamadas Romane bewegen sich im Glänzland zwischen Realität und Fantastik. Das fand ich ganz spannend, weil das Buch ist so, das bleibt so die ganze Zeit irgendwie nicht so wirklich greifbar. Also die Geschichte ist auch jetzt nicht super exotisch und würde ich auch mal sagen relativ schnell erzählt. Es geht um eine Frau oder um einen Ehepaar, wobei der Mann nicht wirklich die Rolle spielt. Der ist so, ich glaube man kennt noch nicht mal seinen Namen. Also es ist schon, es geht um die Familie, also dieses Ehepaar. Er bekommt einen neuen Job, der ist natürlich viel besser, viel besser bezahlt. Und daraufhin überlegt sie halt, ob sie jetzt vielleicht eine Familie gründen sollen, ob sie dann irgendwie zurücksteht oder vielleicht zu Hause bleibt. Aber irgendwie schon allein der Gedanke daran, ein Kind zu stillen, macht sie depressiv. Also das scheint nicht wirklich eine Option zu sein, vielmehr so ein Schritt in, was gibt das System vor, was ist normal und wie gehe ich damit um? Obwohl man nicht das Gefühl hat, dass sie sich aktiv damit auseinandersetzt, sondern es ist so ein Zustand. Und wenn mir jetzt so ein bisschen die Worte fehlen, dieses Buch zu beschreiben, beschreibt es schon ziemlich gut, wie dieses Buch geschrieben ist. Also die beiden ziehen dann wieder aufs Land. Es gibt ein Haus bei seinen Eltern quasi schräg gegenüber. Also wohnt sie jetzt in Zukunft schräg gegenüber von ihren Schwiegereltern, kennt da überhaupt niemanden. Gibt ihren Job auf, weil er ja jetzt einen besseren Job hat und mehr Geld verdient. Das ist so der Einstieg in das Buch oder das Setting, was passiert. Und jetzt versucht sie sich halt so ein bisschen, also man begleitet eigentlich nur sie und ihre Sicht durch die Tage, die sie dort eben erlebt. Und da passiert jetzt auch gar nicht so wahnsinnig, wahnsinnig viel. Also sie guckt halt irgendwie dem Schwiegervater, nee dem Opa, guckt sie zu, wie er den Garten wässert und dem Nachbarkind, wie es spielt. Und sie macht halt ab und zu so Ausflüge in 7-Eleven. Also das ist so, die Handlung ist sehr auf das Haus und das Umfeld beschränkt. Und ja, eben diese Frage, nicht wirklich, ich weiß nicht, ob ich sagen soll, dieses Buch stellt die Frage nach dem Sinn des Lebens. Aber so ganz nebenbei stellt es halt diese Frage, folgt man dem System, geheiratet hat sie schon, jetzt steht sie zurück, wird eine Familie gegründet oder nicht? Wie geht es insgesamt weiter und ist das was, was sie glücklich macht? Sie lebt sich so, man hat so das Gefühl, sie lebt sich von Tag zu Tag mehr in eine Depression rein. Und es ist halt alles so ein Stück weit sehr langsam geschrieben, sehr behäbig, es findet im Sommer statt, die grillen, zirpen und sie macht halt immer so kleine Ausflüge in die Umgebung. Was hat es denn jetzt mit diesem ominösen Loch auf sich? Gibt es das? Taucht da wirklich ein Loch auf oder ist das ein Symbol für ihre Depression, in die sie fällt, sagt man ja auch, man fällt in so ein Loch. Ich kann es wirklich nicht, ich kann es nicht wirklich beantworten, ich glaube ich will es auch gar nicht wirklich beantworten. Sie sieht dann eines Tages ein Tier und folgt diesem Tier. Und weil sie nicht genau weiß, was das ist, folgt sie dem bis zum Fluss runter und am Fluss fällt sie halt in ein Loch. Ah, also das gibt es wirklich in dem Buch, dieses Loch. Es ist ein reales Loch, jetzt lese ich dazu auch mal eine kleine Stelle vor. Ich mache mal Licht an. Die kleine Stelle, die da lautet. Es gibt hier mehrere, also ich will nicht sagen, sie fällt mehrfach in ein Loch. Mehrfach ins Loch? Wie tief ist das Loch, weiß man das? Also es ist jetzt so ein richtiges tiefes Loch? Nee, das Loch ist so tief, dass sie da nicht mehr rauskommt. Oh, okay, dann ist es ein tiefes Loch. Stelle gefunden. Ich fiel in ein Loch. Ich fiel mit beiden Beinen zuerst und landete mit beiden Füßen auf dem Boden. Erstaunt blickte ich in das Schilf, das nun auf Augenhöhe stand, aber das Tier war darin verschwunden. Eine Weile raschelte es noch, dann hörte ich nichts mehr. Direkt neben meinem Gesicht sprang ein Schnellkäfer aus dem Grün hervor. Ein Schnellkäfer? Ja. Immer wenn er in die Höhe schnellte, knackte es. Über dem langen, schwarzen Rücken des Insekts vertieften helle Längslinien. An seinem Kopf entdeckte ich gebogene Fühler. Und so weiter und so weiter. Es war aber nicht die richtige Lochstelle. Ja, aber sie ist ja schon mal ins Loch gefallen. Sie ist ins Loch gefallen. Ich fand es aber viel schöner, wie sie diese Stelle beschreibt. Ah ja, hier ist es. In dem Loch war es gar nicht so ungemütlich. Es roch nach Gras oder nach Fluss. Die Luft war merkwürdig frisch und schien mich ganz zu durchdringen. Es war nicht ungemütlich, aber auch nicht einfach, dort wieder herauszukommen. Denn es war tief. Um das Loch herum war das Schilf niedergetreten. Ich sag Steine und Plastikteile. Und ich entdeckte eine lange Kolonne großer, schwarzer und kleiner roter Ameisen, die alle in eine Richtung liefen, die sie in zwei Reihen teilten und dann wieder mischten, wobei die roten Ameisen gelegentlich auf die schwarzen stiegen. Erstaunlich fand ich, das Loch hat genau eine Größe und sie stellt sich auch vor, einfach darin liegen zu bleiben. Aber das klingt jetzt schon so, als wäre das die personifizierte oder objektivierte Depression. Ich glaube auch, dass es sowas in die Richtung ist, wobei da passieren dann noch andere Dinge. Die haben natürlich alle mit der Familie ihres Mannes zu tun und die Nachbarin holt sie nachher auch aus diesem Loch wieder raus oder hilft ihr, da rauszukommen. Und man hat so ein bisschen das Gefühl, das wird auch mal so in die Richtung angesprochen, es ist so ein bisschen wie Alice im Wunderland, wo Alice ja auch dem Hasen folgt und in ein Loch fällt und ein Abenteuer erlebt. Nur hier folgt sie eben einem Tier. Keine Ahnung, ihrem inneren Schatten. Man weiß nicht, was es ist. Und fällt in dieses Loch, aber das Loch bedeutet kein Abenteuer, sondern dieses Loch, ich will nicht sagen fängt sie auf, aber sie ist darin auch nicht gefangen, sondern diese komische Beschreibung, sie steht da und ist dann halt so, du kannst noch rausgucken, aber du kommst nicht raus. Also eigentlich ist es schon ein Stück weit die perfekte Beschreibung für eine Depression, weil du selber merkst, was mit dir passiert oder wo du feststeckst. Löst sich das Ganze denn, also gibt es ein Ende? Ich finde ja ganz oft bei asiatischen Büchern, dass die so aufhören und du denkst so, hä? Ich glaube, das ganze Buch ist so, hä? Also es ist so, ich war mir dann auch unsicher, fehlt mir jetzt hier so ein interpretatorischer Ansatz, ist es was, wo man einfach nur fühlen muss dieses Buch und es nimmt einen so mit, es ist auch relativ langsam geschrieben und man ist in dieser, man taucht ja mit dieser Protagonistin da so ab. Also es ist jetzt nicht so ein Happy Place Buch, das ist vielleicht auch gar nichts für Sommerferien oder so. Ich glaube, das ist eher so, das lässt einen so ein Stück weit verstört zurück. Also es passieren schon auch noch Dinge und ich will nicht sagen, dass sich alles auflöst, es erklärt sich einfach nicht alles, also man bleibt so ein bisschen verstört zurück. Ich finde ja gut, wir hatten ja schon mal überlegt, eine Rubrik einzuführen mit Rezensionen, mit Kundenrezensionen. Vielleicht sollten wir auch als Rubrik einführen, das finde ich total großartig, das Geräusch zum Buch. Ja, das ist eine super Rubrik, hä? Ich habe genau, also es gibt ja immer so, ich gebe drei von fünf Seiten, ich gebe vier von fünf Sternen oder so, das sagt ja gar nichts. Wir würden ja hier generell keine Bücher vorstellen, die uns nicht gefallen oder die wir total blöd fänden. Aber dann ein Geräusch dazu, also dein Geräusch zu dem Buch wäre jetzt, mach's nochmal. Hä? Was wäre denn dein Geräusch zu dem, was hatten wir in der letzten Folge, hattest du, hatte ich die Trophäe und du hattest… Knecke tot. Was wäre da das Geräusch? Weil mein Geräusch zum letzten Buch wäre… Oh, schwierig. Wenn ich jetzt sagen würde, ich hätte jetzt sowas wie… Ah! Oder Grillenzirpen oder so, aber eher was Fröhliches. Was hier spielt die Natur auch eine riesen Rolle, also da wird, ich habe ja jetzt schon kleine Leseproben über Käfer, Ameisen und Co. gegeben, es ist einfach so eine… ganz fantastische Landschaft und man hat so das Gefühl, vom Sommer geht es in den Herbst und je mehr ich darüber rede, könnte man immer noch überlegen, geht die Person von ihrem Sommer in den Herbst, geht die Stimmung vom Sommer in den Herbst, also ich glaube, es ist einfach ein riesiger Spielraum und ich glaube auch, dass, das klingt jetzt so ein bisschen strange, aber je nachdem, in welcher Verfassung man dieses Buch liest, vielleicht auch ganz andere Resonanzen bei einem ankommen, vielleicht auch, ob du ein Mann bist, ob du eine Frau bist, ob du dich da mit dieser Frage auch identifizierst, ja, Kinder ja, nein, Mutterrolle, will ich das überhaupt haben, ist das was, was mich glücklich macht, was hier aber gar nicht ausgebreitet wird, sondern es ist so, es schwingt einfach so mit, also es wird eine Frage gestellt, auf einer Seite und die wird aber auch nicht weiter behandelt, aber du weißt genau, sie ist da und ich glaube, das ist, das ist das total schräge bei dem Buch. Also ein klassisches, Hä? Buch? Ja. Meins ist so ein Huo-Buch. Ja, wir müssen jetzt glaube ich dann, wenn wir das weiterführen wollen, uns in diesen Sounds noch spezialisieren, weil so ein Huo wäre ja eine Kategorie wie, Pass auf, ich hab folgende Idee, was ist dein Geräusch zu dem Gesamtbuch? Das wäre ja dann, so, was wäre dein Geräusch zur schönsten Stelle im Buch? Oder zur spannendsten Stelle oder zu einer wichtigen Stelle? Jetzt überforderst du mich aber akustisch. Okay, was ist dein Geräusch zum Hauptprotagonist hin? Hm, dann hab ich doch sofort was, hab ich doch was im Kopf. Und dein Geräusch zum Leseerlebnis, das wäre ja wahrscheinlich, hä? Ne, zum Buch, aber das Leseerlebnis ist nochmal anders. War das das Geräusch? Ne, das war's nicht. Ich sag ja dieses, ich glaube, das kann ich so nicht wiedergeben, weil das Buch, und das würde ich gar nicht von vielen Büchern behaupten, dass das auf jeden, da hab ich ja gerade vorher schon gesagt, dass das, glaube ich, das schwingt und das fordert von dir was ein oder das wird bei jedem anders wirken, glaube ich. Also je nachdem, ob die Thematik dich jetzt betrifft oder nicht oder ob du darauf anspringst oder nicht oder ob du vielleicht Tendenzen Richtung depressive Verstimmung oder, ich will nicht sagen Moody oder so, also ob du dafür empfänglich bist oder nicht. Also ich glaube, das macht ganz viel mit dir, je nachdem, wenn's draußen regnet, würde ich es jetzt auch nicht empfehlen. Ich würde sagen, es ist kein Herbstbuch, besser vielleicht doch im Sommer lesen, weil auch viel Sommer ist und dann kann man es so ausklingen lassen. Aber jetzt, wenn's jeden Tag regnet und man sich dann irgendwie auch noch das Buch gibt, ich sag ja nicht, das ist überhaupt nicht depressiv, auch nicht zum Lesen, das ist so, das schwingt einfach nur mit. Die Rezensentin ist verwirrt. Hat man selten. Ja, wirklich, hat man selten. Aber dann scheint's ja spannend zu sein. So würdest du ja nicht über ein Buch reden, was jetzt entweder total langweilig wäre oder so. Also ich würde es aber nicht spannend nennen, sondern vielmehr, das lässt einen halt so ein bisschen sprachlos zurück. Es ist auf jeden Fall ungewöhnlich. Also wer Lust hat auf wirklich was anderes, Ungewöhnliches, dem würde ich dieses Buch empfehlen. Ja und damit ist, wie viele Seiten hat's, weil du hast ja vorhin schon gesagt, die liegen hier nebeneinander, die beiden Bücher und das ist wahrscheinlich ein Drittel von dem, was... Das hat nur 120 Seiten, das Buch. Ja und ich hab 500, also ist es ja eigentlich eine gute Ergänzung, weil meins ist, auf der einen Seite sorgt's für gute Laune, aber andererseits ist es auch sehr krass, weil die Kinder halt nachher diese Kriegsspiele anfangen und es ist natürlich, die Katastrophe, die eintritt, ist jetzt auch nicht toll, dass alle Erwachsenen sterben, aber es ist einfach, launetechnisch würde ich so, ist ein Sommerbuch. Ja das ist aber auch, das hier ist halt auch so ein, und deswegen macht's auch so ne Tür auf, ich glaub das ist, da geht's sehr viel um Familie, Familienverhältnisse, um Beziehungen, um Gleichberechtigung oder nicht, also ich glaube, Fragen, die man sich in Beziehungen oder in so einem Familiensetting stellt, egal ob größer oder kleiner, also ob du ne eigene Familie haben willst oder ob du einfach nur guckst, was um dich rum passiert, da werden auch Türen aufgemacht, da kannst du durchgehen oder auch nicht und ich find's einfach spannend, dass die Geschichte gar nicht so krass ist oder es passiert gar nicht so viel, aber es werden halt so viele, es gibt viele Triggerpunkte, deswegen sag ich, da schwingt einfach was und das kenn ich eigentlich so nicht wirklich. Ja verrückt, ich wusste nämlich ehrlich gesagt gar nicht, was ich zu dem Buch sagen soll. Ich mein, wir haben jetzt unsere Zeit wieder vollgekriegt. Und ich werd's auf jeden Fall auch noch lesen. Klingt so, als müsste man's mal gelesen haben. Ja, 120 Seiten, kannst ja eine Zugfahrt, ja, bist du durch. Snackable, not entertainment. Ich hab's auch relativ schnell gelesen, obwohl es, glaub ich, gar nicht so dazu einliest, das durchzubingen, das ist kein Binge-Buch, ja, aber das ist so, ja, keine Ahnung, wenn du dich halt am Sonntagmittag auf die Couch legst und es anfängst und je nachdem, wie deine Stimmung und deine Resonanz ist, kannst du's ganz lesen oder… Entweder mit nem Aperol Spritz bei Sonnenschein oder dafür ist es schon wieder zu schwierig. Ja, für Aperol Spritz ist es irgendwie zu viel Loch. Okay, dann, liebe Freunde der gepflegten Literatur, wenn's euch gefallen hat, die YouTuber sagen immer, lasst uns einen Daumen hoch, gebt uns fünf Sterne in der Podcast-App eurer Wahl und empfehlt uns weiter, euren Freunden und Freundinnen. Und wenn ihr Bock auf die Bücher habt, dann gerne über unsere Affiliate-Links, das kostet euch nix, aber uns bringt's einen Kaffee. Ja, und nächstes Mal stellen wir dein Krimi mal genauer vor, oder nicht? Nächstes Mal stellen wir mein Krimi vor und versuchen dann endlich, ich bin ja immer noch da dran, Julia Becker mein Stipendium, was sie versprochen hat, aus den Rippen zu leiern. Ich bin übrigens heute eingeladen worden zu einem Instagram-Kanal von Julia Becker, das Original. Mal gucken, vielleicht passiert ja doch noch was. Aber wir stellen das Buch vor und wir stellen Julia Beckers neues Buch vor. Also wir stellen meinen Krimi, Hochverrat in Overrath, Hackenbräuche ermittelt vor, und stellen Julia Beckers neues Buch vor. Wenn ich nicht Urlaub mach, macht's jemand anders oder irgendwie sowas in dem Stil? Genau, und dann, ich hab heute in der Titanic gelesen, das fand ich auch sehr schön, da stand drin, da war ein Aufruf von unserer neuen Arbeitsministerin, also natürlich ein Fake, drin und dann war das begleitet von drei Buchempfehlungen und mein Lieblingsbuch war, wie hieß die nochmal, Sabine Stahl, nee, Stephanie Stahl. Sie wurde dann umbenannt in Stephanie Stahl-Gewitter, mit dem Buch, das Kind in mir muss Arbeit finden. In diesem Sinne, eine schöne Zeit, einen schönen Sommer noch, und wir hören uns in der nächsten Folge. Macht's gut! Macht's gut, bis bald, tschüss! Schuss vorm Buch Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2017
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